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Partnergemeinde Adony

Urkunde 10 Jahre Partergemeinden Oberweser - Adony
Urkunde 10 Jahre Partergemeinden
Oberweser - Adony Urkunde vergrößern

Seit 1995 sind die Gemeinden Oberweser und Adony (Ungarn) partnerschaftlich verbunden. Regelmäßige gegenseitige Besuche fördern die Wahrnehmung kultureller Eigenheiten, aber auch Gemeinsamkeiten.

"Die vielen gesellschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen ließen diese Partnerschaft zu einem lebendigen Band zwischen unseren Gemeinden erwachsen." (aus der Urkunde zum 10-jährigen Jubiläum)

Wir haben Berichte der Besuche archiviert und im Folgenden dargestellt.

Übersicht

Geschichte des Ortes Adony

Ortsschild Adony
Ortsschild Adony

Am östlichen Rand des Komitats (Verwaltungsbezirks) direkt an der Donau gelegen, ist Adony wegen seiner geographischen Lage seit alters her bedeutendes Zentrum verschiedener Volksgruppen.

Der Ort ist schon seit der Bronzezeit bewohnt, wird während der Römerzeit unter dem Namen Vetus Salina eine militärische Festung des Limes und im Frühmittelalter als Königsgut unter dem Namen Odon urkundlich erwähnt.

Unter der 150jährigen türkischen Besatzung wird Adony türkische Festung namens Jancourteran. Ein Teil der ungarischen Ureinwohner wird vernichtet, andere flüchten.

Nach der Vertreibung der Türken beginnt die Rücksiedlung und parallel dazu die organisierte Ansiedlung neuer Kolonisten, darunter Deutsche und Slowaken. Unter ihnen ist die Zahl der Deutschen bedeutsamer, so dass diese zur dominanten Größe werden.

Schon im Jahrzehnt nach ihrer Ansiedlung (1722/23) erbauen sie eine Kirche, und in den Urkunden des 18. und 19. Jahrhunderts wird Adony als von Deutschen bewohnter Marktflecken bezeichnet.

Die Deutschen führen den Urbani-Kult ein, das Fest des Schutzpatrons der Winzer, sowie zahlreiche Elemente ihrer Alltagskultur, z. B. Musik und Tanz, welche bis in die Gegenwart überliefert sind.

Adony Wappen

Zu spezifischen Elementen der örtlichen Wirtschaft sind über die Jahrhunderte unter anderem der Weinanbau, Fischerei sowie das Wassermüllergewerbe geworden. Zahlreiche Legenden, Märchen und Lieder haben die Denk- und Lebensweisen, die Gefühle und Weltanschauungen bewahrt.

Auch schlimme Zeiten musste Adony überstehen, bringt Opfer während des Freiheitskampfes und der beiden Weltkriege, unabhängig von ihrer Volkszugehörigkeit.

So erfreulich das Zusammenleben der unterschiedlichen Nationalitäten ist, so bedauerlich ist der mit der Assimilation einher gehende Verlust an Identität, welcher im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts durch das Abhandenkommen der deutschsprachigen Messe sowie nun auch allmählich durch das Verschwinden der deutschen Sprache deutlich wird.

Zwar büßt Adony die Stadtrechte bereits im 19. Jahrhundert ein, seine zentrale Rolle verliert der Ort aber erst in der sozialistischen Ära mit dem Bau der nahe gelegenen Stadt Dunaújváros (Stalinstadt).

Volkstanzgruppe Adony
Volkstanzgruppe Adony

Inzwischen wird die örtliche Infrastruktur ausgebaut, und auch das kulturelle Leben erlebt neuen Schwung. Es gibt die 1927 gegründete Blaskapelle, den Frauenchor "Gyöngyvirág" (Maiglöckchen), die Volkstanzgruppe und den Volksliedkreis.

In den letzten Jahrzehnten wurden Vereine, Organisationen, Stiftungen, Klubs und Fachzirkel ins Leben gerufen, welche der Bevölkerung vielfältige Möglichkeiten bieten. Auch ist die lokale Presse und der Name Donau-Adony wiederbelebt.

Es erschienen mehrere kulturelle und ortsgeschichtliche Sammelwerke, auch wurden Ausstellungen und Vorlesungen organisiert mit dem Ziel, die Tradition zu bewahren. Hierbei kommt dem Urban-Fest besondere Bedeutung zu.

Auf Gäste wartet eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten: der Kastély-Park, der Szölöhegy (Weinberg), die Fischteiche, die Schönheiten der Donau, die Urban-Kapelle, die Barockkirche, die Statuen des Ehrenpartes. Sie können in den zahlreichen Kellern den guten Wein verkosten, angeln und erholsame Tage in einer Gemeinde verbringen, die neben ländlicher Ruhe auch Annehmlichkeiten der Stadt bietet.

Die demokratisch gewählte Selbstverwaltung bemüht sich konsequent um die Entwicklung der Gemeinde und Bewahrung des Kulturgutes. 1995 schließt Adony mit der hessischen Gemeinde Oberweser, Ortsteil Oedelsheim, einen Partnerschaftsvertrag, 1998 wird die Selbstverwaltung der deutschen Minderheit gewählt.

Zum Beginn des 21. Jahrhunderts kann festgestellt werden, dass Adony ein sich dynamisch entwickelnder Ort ist, der sein kulturelles Erbe bewahrt und vermehrt – seine Bewohner können stolz darauf sein!    [nach oben]

(frei nach Petra Suszter www.adony.hu)

2004 - Besuch in der ungarischen Partnergemeinde Adony

Rathaus Oberweser
Die Besucher aus Oberweser zusammen mit
ihren ungarischen Gastgebern, in der Mitte
Bürgermeister Peter Roneycz mit Gattin Gaby.

Anlässlich des Beitritts Ungarns in die Europäische Union besuchte eine fünfköpfige Delegation aus Oberweser die Partnergemeinde Adony.

Höhepunkt des Besuchs war am 1. Mai 2004 die Zentralveranstaltung in der Nachbargemeinde Perkata. Hier fanden Gesang- und Tanzveranstaltungen ebenso statt wie eine Weinprämierung sowie "Spiele ohne Grenzen". An Info-Ständen präsentierten sich die Gemeinden mit ihren unterschiedlichen Ausprägungen.

Zusammen mit sieben weiteren Nachbarkommunen wurde Adony von der ungarischen Regierung als Kleinregion anerkannt, sodass hier künftig mit europäischen Fördermitteln gerechnet werden kann.

Rathaus Oberweser
Auftritt der Volkstanzgruppe aus Adony

In einer Konferenz unter Teilnahme der Kommunen dieser Kleinregion sowie deren Partnergemeinden aus Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Griechenland, Polen und Rumänien wurde eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit unterzeichnet.

Die Strapazen der 1.200 Kilometer langen Anreise wurden durch die Gastfreundschaft der ungarischen Gastgeber wieder wettgemacht. Unser Dank gilt an dieser Stelle Albert Grimm, der seinen Kleinbus zur Verfügung gestellt hat, sowie Rolf Rehwald, Peter Niemeyer und Brigitte Hofmeyer als weitere Repräsentanten unserer Gemeinde.    [nach oben]

2005 - 10 Jahre Partnerschaft Oberweser – Adony

Rathaus Oberweser
Vorsitzende der deutschen Minderheitsvertretung
Ilona Szabó, Bürgermeister Rüdiger Henne,
Ortsvorsteher Albert Grimm und Bürgermeister
Peter Ronyecz mit den Partnerschaftsurkunden

Eine fast 2400 Kilometer lange Reise unternahmen 46 Ungarn-Freunde aus Oberweser und Umgebung, um das zehnjährige Partnerschaftsjubiläum mit Adony zu feiern.

Die erste Partnerschaftsurkunde wurde im Juni 1995 von den damaligen Bürgermeistern Istvan Iglodi, Adony, und Roland Henne, Oberweser, sowie Ortsvorsteher Albert Grimm, Oedelsheim, unterzeichnet.

Roland Henne ließ es sich daher nicht nehmen, gemeinsam mit Gattin Thea die Fahrt mitzumachen, um alte Freundschaften zu pflegen. Da sich in den vergangenen Jahren viele Kontakte gefestigt haben, war die Unterbringung der Gäste in Privatquartieren selbstverständlich, und auch die Verständigung mit den ungarischen Gastgebern klappte reibungslos.

Rathaus Oberweser
Auftritt des Landfrauenchors von Adony

Von Deutschland aus war die Reise von Ortsvorsteher Albert Grimm hervorragend organisiert. Die Gastfreundschaft unserer ungarischen Freunde war wie immer beispielhaft: Das Programm vor Ort reichte vom obligatorischen Weinbergbesuch über eine Donaufährfahrt bis hin zum gemeinsamen Waffel- und Pufferbacken.

Immer wieder erstaunlich ist die wirtschaftliche Dynamik dieses Landes, die unter anderem darin deutlich wird, dass Adony im nächsten Jahr nach kurzer Planungs- und Bauphase einen Autobahnanschluss erhalten wird.    [nach oben]

2007 - Besuch der ungarischen Partnergemeinde in Oberweser

Rathaus Oberweser
Wegen der hohem Temperaturen hielten sich
die "warmen Worte" von Bürgermeister
Peter Ronyecz aus Adony, seinem Kollegen
Rüdiger Henne aus Oberweser und
Ortsvorsteher Albert Grimm in Grenzen.
Die Übersetzerinnen Helga und Ilona Szabo
sowie alle Zuhörer nahmen es dankbar
zur Kenntnis.

Nachdem der letzte Besuch unserer ungarischen Freunde aus Adony bereits vier Jahre zurücklag, war es an der Zeit, dass sich Oberweser wieder als Gastgeber präsentierte. Und so traf nach intensiver Vorbereitung der Gastgeber und der dörflichen Gemeinschaft eine über 50köpfige Delegation mit einem großen Reisebus an Fronleichnam in Oedelsheim ein, wo sie von den Gastgebern erwartet wurden.

Der katholische Gottesdienst mit anschließendem gemütlichen Beisammensein in der Museumsscheune bildete den Abschluss dieses Tages, welcher aufgrund der 1.200 km langen Anreise doch für manchen etwas anstrengend gewesen sein dürfte.

Ein umfangreiches Programm galt es in den nächsten Tagen zu bewältigen: Am Freitagvormittag begann eine interessante Besichtigungsfahrt zunächst nach Hedemünden, wo unter fachkundiger Führung die Ausgrabungen des Römerlagers in Augenschein genommen wurden.

Rathaus Oberweser
Bürgermeister Ronyecz mit Gattin Gabi
(beide Bildmitte) waren von der Altstadt
sichtlich beeindruckt.

Von einer Mittagspause unterbrochen, ging die Reise weiter nach Duderstadt, um die historische Altstadt zu erkunden und auch Einkaufsmöglichkeiten wahrzunehmen. Der Abend wurde bei den Gastgebern verbracht, wo die privaten Freundschaften vertieft wurden.

Der Samstag, 9. Juni, wurde zunächst für Ortsbesichtigungen in Oedelsheim und für private Begegnungen genutzt.

Im Laufe des Tages entwickelten unsere Freunde aus Adony starke kulinarische Aktivitäten in der Museumsscheune. Diese gipfelten am Abend in einem gemeinsamen Gulaschessen mit weiteren ungarischen Spezialitäten, und auch für ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von mitgebrachtem Wein aus dem dortigen Weinberg und selbstgebrannten Palinka (gefährlich, weil hochprozentig) war gesorgt. Bei Life-Musik dauerte es trotz der tropischen Temperaturen auch nicht lange, bis der Tanzboden bebte.

Rathaus Oberweser
Nach dem Essen sollst Du ruh'n,
oder einen Tanzschritt tun.

Ein ökumenischer Gottesdienst in der Martinskirche bildete den Auftakt zum offiziellen Programm des Abreisetages. Im Rahmen dieser Messe wurde die Ausstellung zum Elisabethjahr eröffnet, dankenswerterweise gab es auch Informationstafeln in ungarischer Sprache.

Der Besuch des Oedelsheimer Dorffestes schloss sich an, viel zu schnell ging die Zeit bis zur abendlichen Rückreise vorbei.

Ein herzliches Dankeschön geht an alle, die zum Gelingen dieser Tage beigetragen haben; insbesondere den Gastgebern, dem Museumsteam, der Verpflegungsmannschaft, den Kirchengemeinden und dem Ortsbeirat mit Ortsvorsteher Albert Grimm.

Sie alle habe dazu beigetragen, dass die Schlagworte "europäische Einigung" und "Völkerverständigung" mit Leben und mit Freundschaft gefüllt wurden.    [nach oben]

2009 - Besuch in der ungarischen Partnergemeinde Adony

Adony-Reisegruppe aus Oberweser
Oberweser unterwegs in Adony

Ein Bus, zwei versierte Busfahrer und 34 gut gelaunte Ungarn-Freunde begaben sich am Abend des 20. Mai 2009 auf die 1200 Kilometer lange Reise in die Partnergemeinde Adony.

Der herzige Empfang durch die Gastgeberfamilien am nächsten Vormittag machte die 14stündige Busfahrt schnell vergessen, und bis zum abendlichen Beisammensein im frisch renovierten Kulturhaus blieb noch genügend Zeit zur Erholung.


Schmalspureisenbahn - Buda bei Budapest
Mit der Schmalspureisenbahn in den
Bergen von Buda bei Budapest

Dieser Abend wurde dank Musik, Speis und Trank und dem Auftritt des Oedelsheimer Magiers Matthias Hilberg mit seinen Zauberkünsten zum Erlebnis.

Ausflüge in die Umgebung Budapests mit Sesselbahn- und Schmalspureisenbahnfahrten, die Zeit im Weinberg von Adony mit Besichtigung verschiedener Weinkeller sowie Folklore- und Gesangsauftritte blieben ebenso unvergesslich wie viele interessante private Begegnungen.


Adony-Reisegruppe aus Oberweser
Oberweser unterwegs in Adony

Die zahlreichen Dolmetscher und die Herzlichkeit der Gastgeber haben dabei die sprachlichen Hürden gekonnt überwunden.

Besonders erfreulich war auch die Teilnahme von sechs Jugendlichen aus Oberweser an dieser Reise - so stellen wir uns Völkerverständigung vor!


Schmalspureisenbahn - Buda bei Budapest
Gespräch unter Freunden:
Bürgermeister von Adony Peter Ronyecz
mit seinem Kollegen Rüdiger Henne,
Ortsvorsteher Albert Grimm und
Übersetzerin Ilona Szabo (v.l.)

Am Abend der Abreise erneuerten Ortsvorsteher Albert Grimm und Bürgermeister Rüdiger Henne die Bitte um weitere private Begegnungen und luden die ungarischen Gastgeber zu einem Gegenbesuch nach Oberweser ein.

Allen Mitreisenden, Gastgebern und Organisatoren ein herzliches Dankeschön für diese gelungene Reise.    [nach oben]


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