Wirtschaft

Bauen / Restaurieren / Energiemanagement

Denkmalpflege ist für die Oberweserorte mit ihren vielen schönen Fachwerkhäusern von großer Wichtigkeit. Im Folgenden zwei informative Artikel zum Thema von Thomas Thiele mit freundlicher Genehmigung der HNA Hofgeismar.

Rettung für das Fachwerk

Aktion gegen das Sterben der Dörfer - Landkreis Kassel bietet kostenlose Beratung an

Fachwerkhäuser in Oedelsheim
Fachwerkhäuser in Oedelsheim

Mit den Menschen sterben die alten Dorfkerne. Damit sich wieder mehr Menschen für Fachwerkhäuser und deren Sanierung interessieren, bietet der Landkreis Kassel ab sofort eine kostenlose Fachwerkberatung an. Denn oft scheitere der Erwerb eines Fachwerkhauses auch daran, dass die Besitzer oder Kaufinteressenten im Vorfeld falsch oder gar nicht beraten würden, sagte Landrat Dr. Udo Schlitzberger bei der Vorstellung des Programms.

Der Landkreis hat dazu einen zunächst bis zum Jahresende 2009 laufenden Beratervertrag mit einem Fachbüro für Fachwerksanierungen und -modernisierungen abgeschlossen. Dessen Inhaber, der Diplom-Ingenieur Peter Reuting (Kassel) hat während seines Architekturstudiums an der Untersuchung und Sicherung des sogenannten Hugenottenhauses in Hofgeismar-Schöneberg mitgearbeitet, das mit seinen vielen Entwicklungsstadien als Anschauungsobjekt für Architekturexperten gilt.

Zugleich saniert Reuting gerade selbst ein 300 Jahre altes Fachwerkhaus in Schöneberg, wo er sein Büro eingerichtet hat, und er ist zudem Mitglied des Denkmalbeirates des Kreises Kassel.

Fachwerkhäuser in Oedelsheim
Fachwerkhäuser in Gottstreu

Der Vertrag schafft laut Dr. Schlitzberger die Grundlage dafür, dass sich private Bauherren in gestalterischen und architektonischen Fragen an eine kompetente Anlaufstelle wenden können, die sie ohne Eigeninteresse berate.

Die Beratung ist für die Fachwerkbesitzer und -interessenten kostenlos. Reuting rechnet mit dem Landkreis ab, der dafür 10 000 Euro aus Denkmalschutzmitteln eingeplant hat. Das soll für etwa 50 bis zu vierstündige Beratungen reichen.

Für viele Fachwerkhausbesitzer stelle sich die finanzielle Situation sehr schwierig dar, weil der Wert sanierungsbedürftiger Häuser gegen Null gehe und Kredite schwer zu bekommen seien. Um den Weg zu Leerstand und langsamem Verfall zu bremsen, wolle der Landkreis mit der Gratisberatung einen Anstoß zurück zu den Dorfkernen geben. Eine Möglichkeit wäre Sanierung und Vermietung.

Das Beratungsprojekt ist ein Bestandteil des Aktionsplanes zur Ortskernerhaltung, den der Arbeitskreis Demographie im Landkreis entwickelt hat. Dazu gehören, wie Peter Nissen vom Amt für Regionalentwicklung erläutert, auch kommunales Flächenmanagement, Leerstandskataster, eine Fachwerkbörse oder der Verzicht auf Neubaugebiete.    [nach oben]

Mancher Baustoff ist tödlich

Bei der Fachwerksanierung werden oft Fehler gemacht - Peter Reuting hilft mit kostenlosen Tipps weiter

Fachwerkhäuser in Arenborn
Fachwerkhäuser in Arenborn

Um Fachwerkhäuser zu sanieren und wieder wohnlich zu machen, braucht es nicht nur Mut, sondern auch Wissen. Denn nicht immer sind die neuesten Baustoffe ideal, wie beispielsweise viele Gemeinden und Hausbesitzer feststellen mussten, die in den 80er Jahren ihre Fachwerkbalken mit luft- und wasserundurchlässigen Kunstharzen versiegelten - dahinter faulten die Schäden in Millionenhöhe heran.

Einfacher ist oft besser und billiger, weiß Diplom-Ingenieur Peter Reuting ... Er spricht aus praktischer Erfahrung. Bei der Sanierung seines 300 Jahre alten Hauses in Schöneberg schwört er auf überlieferte Techniken und Baustoffe. Die Fachwerkbautechnik habe nach jahrhundertelanger Erfahrung schon im Mittelalter hohe Perfektion erreicht. Da lasse sich nur noch wenig optimieren.

Statt sich Lehm für 90 Euro die Tonne anfahren zu lassen, hat er Glück gehabt und ihn im eigenen Garten gegraben. Statt teurer Kunstfarben für die Fassade hat er Kalkfarbe für wenige Cent selbst angemischt. Bei den Fenstern hingegen hat er neue gekauft - auch aus Energiespargründen. Auch die Isolierung gegen Bodenfeuchtigkeit ist modern. Reuting: "Man muss genau abwägen, was sinnvoll ist und was nicht."

Auch bei der Wandisolierung würden viele Fehler gemacht, Feuchtigkeitsschäden vorprogrammiert. Auch bei der Ausstattung - etwa bei den Fenstern - gebe es einiges zu optimieren. Die Hausfassade sei ohnehin das, was als Erstes ins Auge falle, den Eindruck bestimme, aber am schnellsten zu richten sei.    [nach oben]

Beratungstermine

Reinhard Petersen
Landkreis Kassel
Untere Denkmalschutzbehörde
Tel.: 05671 - 8001 2466
E-Mail: reinhard-petersen@landkreiskassel.de

Diplom-Ingenieur Peter Reuting
Bremer Str. 7, Hofgeismar-Schöneberg
Mobil: 0177-7107283
E-Mail: p.reuting@arcor.de

Weitere Informationen

Fachwerkbörse im Landkreis Kassel: www.landstaerken.de

Energie 2000 e.V. - Energieagentur im Landkreis Kassel: www.energie2000ev.de

Hessische Energie-Sparaktion: www.energiesparaktion.de

Niedrig-Energie-Institut: Datenbank für wasser- und stromsparende Haushaltsgeräte


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